Eine neue LinkedIn-Studie zeigt: Bei Stellenausschreibungen kommt es auf den richtigen Wortlaut an

Achtung bei der Wortwahl! Auch wenn viele Arbeitgeber sich dessen nicht bewusst sind: Allein durch bestimmte Formulierungen oder Wörter entscheiden sie mit, welche Arbeitskräfte sich bei ihnen bewerben – und welche potenziellen neuen Mitarbeiter sich schon im Voraus dagegen entscheiden.

Der Klassiker, der noch vor einigen Jahrzehnten in Stellengesuchen auftauchte: Berufe, die Menschen meist automatisch mit einem bestimmten Geschlecht assoziierten. Gesucht wurden dann etwa eine Sekretärin, ein Dachdecker oder ein Lehrer. Seit 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz in Kraft getreten ist, sind Arbeitgeber verpflichtet, hinter die Berufsbezeichnung das Kürzel „m/w“ für männlich/weiblich zu setzen. Seit Anfang 2019 muss zudem das Kürzel „d“ für divers dabeistehen. Eine umfangreiche Analyse des Karriere-Netzwerks LinkedIn zeigt nun: Mit Gendern ist es nicht getan, wenn man den idealen Bewerber für sein Unternehmen finden will.

Um alle Geschlechter gleichermaßen anzusprechen, sollten laut der Analyse neben den nötigen Fähigkeiten auch individuelle Merkmale in der Stellenbeschreibung stehen.
Auf Adjektive wie „mächtig“, „willensstark“ und „selbstsicher“ reagierten die StudienteilnehmerInnen gleichermaßen positiv. Frauen bevorzugten darüber hinaus Begriffe, die sich auf den Charakter beziehen, etwa „sympathisch“ und „unterstützend“.
Darüber hinaus gaben 92 Prozent der befragten Arbeitgeber, dass Soft Skills ihnen wichtiger seien als Hard Skills. Aus diesem Grund raten die Analyse-Experten dazu, die gefragten Soft Skills von Anfang an zu kommunizieren. In einer Stellenbeschreibung wäre es dann beispielsweise ratsam, direkt nach BewerberInnen Ausschau zu halten, die sich durch besondere Kritikfähigkeit, Motivation oder großes Organisationstalent auszeichnen.
Mehr Frauen als Männer gaben an, in ihrem aktuellen Job hart zu arbeiten und gut in ihrem Job zu sein. Auf der anderen Seite würde sich auf eine als „fordernd“ beschriebene Stelle jede vierte Frau gar nicht erst bewerben. Männer dagegen fühlten sich nicht so sehr abgeschreckt von der Formulierung. Um geeignete Bewerberinnen nicht schon im Voraus unbewusst auszusortieren, sollten Arbeitgeber Stellenanzeigen demnach wohl etwas einfühlsamer formulieren. 

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